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Die Stadtgasversorgung basierte lange auf einem Versorgungsnetz, das einem regionalen Monopol nahekam. Zwei regulatorische Änderungen brachten jedoch eine Wende: die vollständige Liberalisierung des Einzelhandels im April 2017 und die rechtliche Entflechtung des Pipelinebetriebs im April 2022. Seitdem haben beide Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit massiv über ihr Kerngebiet hinaus ausgedehnt. Tokyo Gas, mit Hauptsitz im Großraum Tokio, erwirtschaftet etwa das 1,4-Fache des Umsatzes von Osaka Gas (Daigas-Gruppe) aus der Kansai-Region – bei der Mitarbeiterzahl ist es jedoch genau umgekehrt: Osaka Gas hat hier die Nase vorn. Beide Unternehmen nutzen zwar dieselbe Pipeline-Infrastruktur, doch ihre Nicht-Gas-Geschäfte – Energiehandel im Ausland, Stromvertrieb und Immobilien – gestalten sie völlig unterschiedlich. Selbst ihr gemeinsamer Ansatz zur Dekarbonisierung, die Methanisierung, lässt sich in zwei unterschiedliche Technologiezweige unterteilen: eine Sabatier-Reaktion aus der Raumfahrttechnik und Katalysator-Know-how aus der Petrochemie.

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Osaka Gas LogoOsaka Gas

Bild: Tokyo Gas Logo / Osaka Gas Logo (beide gemeinfrei; Markenrechte gelten weiterhin separat), Wikimedia Commons

Unternehmensgeschichte: Tokyo Gas, gegründet von Shibusawa Eiichi; Osaka Gas, gegründet in Kujo

Die Geschichte von Tokyo Gas reicht bis ins Jahr 1874 zurück, als die Präfekturregierung von Tokio erstmals ein Gasgeschäft einrichtete. Die Nachfrage wuchs nur langsam, und der Betrieb geriet in Schwierigkeiten. Daher wurde er 1876 an das Gasamt der Präfektur Tokio übertragen, dessen erster Direktor, Shibusawa Eiichi, ihn auf eine solide Basis stellte. Shibusawa lehnte einen Verkauf des verlustbringenden Unternehmens unter Wert ab und trieb stattdessen weitere Investitionen voran, bis es profitabel wurde. Am 1. Oktober 1885 gründete er zusammen mit Asano Soichiro die Tokyo Gas Company als Privatunternehmen mit einem Kapital von 270.000 Yen. Shibusawa wurde ihr erster Vorsitzender und baute das Gasgeschäft in den folgenden 22 Jahren weiter aus. Das Unternehmen feierte 2025 sein 140-jähriges Bestehen.

Osaka Gas wurde im April 1897 in Kujo Oaza Iwasaki, Nishi-ku, Osaka (heute Chiyozaki 3-chome) gegründet. Das Unternehmen nahm 1902 US-amerikanisches Kapital auf und wurde 1925 wieder zu einem rein japanischen Unternehmen. Im Oktober 1905 begann es mit der Gasversorgung der Stadt Osaka, und 1911 nahm es mit dem Standort Wakayama Gas den Betrieb auf und dehnte sein Versorgungsgebiet auf die gesamte Kansai-Region aus. Ein entscheidender Wendepunkt im Bereich der Rohstoffe: Nach jahrzehntelanger Gasproduktion aus Kohle und Erdöl stellte Osaka Gas 1990 auf LNG um – und das in dieser Zeit der Erdölproduktion aufgebaute Know-how in Katalysatortechnologie und Prozessdesign bildet heute die Grundlage für die im Folgenden beschriebene Methanisierung.

Die bedeutendste institutionelle Umstrukturierung beider Unternehmen in den letzten Jahren waren die Reformen von 2017 und 2022: die vollständige Liberalisierung des Stadtgasmarktes im April 2017 und die rechtliche Entflechtung des Pipelinebetriebs im April 2022. Im August 2020 verpflichtete die Regierung die drei größten Gaskonzerne Tokyo Gas, Osaka Gas und Toho Gas, die Gasproduktion und den Gasvertrieb nicht länger mit dem Pipelinebetrieb zu verknüpfen. Diese rechtliche Trennung sollte die Neutralität der Pipelines stärken. Tokyo Gas gründete am 1. April 2022 die „Tokyo Gas Network Co., Ltd.“ als eigenständiges Pipelineunternehmen; Osaka Gas gründete über eine im Vorjahr eingerichtete Holdinggesellschaft zeitgleich die „Osaka Gas Network Co., Ltd.“. Nachdem das Netzwerk, das einst das regionale Monopol der Unternehmen schützte, nun institutionell geöffnet wurde, expandieren beide Unternehmen über ihre Heimatmärkte hinaus – in ausländische Energie- und Nicht-Gasgeschäfte.

Vergleich der Unternehmensgröße: Fünfjahrestrend

Die Geschäftsjahre beider Unternehmen laufen bis März. Betrachtet man den Trend über fünf Geschäftsjahre (GJ 2022/23 bis GJ 2026/23) anstatt einer Momentaufnahme, zeigt sich, dass die Gewinnentwicklung der beiden Unternehmen stark gegenläufig verläuft.

Geschäftsjahr Umsatz Tokyo Gas Ordentliches Ergebnis Tokyo Gas Umsatz Osaka Gas Ordentliches Ergebnis Osaka Gas

GJ 2022/23 | 2,1548 Billionen Yen | 136,5 Milliarden Yen | 1,5869 Billionen Yen | 110,5 Milliarden Yen |

GJ 2023/23 | 3,2896 Billionen Yen (Höchststand) | 408,8 Milliarden Yen (Höchststand) | 2,2751 Billionen Yen | 75,6 Mrd. Yen (Tiefststand) |

GJ 2024/3 | 2,6624 Billionen Yen | 222,8 Mrd. Yen | 2,0830 Billionen Yen | 226,6 Mrd. Yen (Rekordstand) |

GJ 2025/3 | 2,6368 Billionen Yen | 113,6 Mrd. Yen (Tiefststand) | 2,0690 Billionen Yen | 189,6 Mrd. Yen |

GJ 2026/3 | 2,8347 Billionen Yen | 193,7 Mrd. Yen | 2,0303 Billionen Yen | 204,5 Mrd. Yen |

| Metrisch | Tokyo Gas | Osaka Gas | |---|---|

Konsolidierte Mitarbeiterzahl | 15.572 (Stand: 31. März 2025) | 21.404 |

| Stadtgasabsatzvolumen | 11,175 Mrd. m³ (Istwert GJ 2026/3, -0,4 % gegenüber dem Vorjahr) | 6,692 Mrd. m³ (Prognose GJ 2027/3, +1,4 % gegenüber dem Vorjahr – der tatsächliche Wert für GJ 2026/3 war nicht verfügbar, daher wird die Prognose als Referenzwert angezeigt) |

Tokyo Gas ist beim Umsatz etwa 1,4-mal so hoch wie Osaka Gas, doch beim Personalbestand verhält es sich umgekehrt – Osaka Gas beschäftigt mehr Mitarbeiter, was wahrscheinlich auf die breitere Präsenz in arbeitsintensiven Nicht-Gas-Geschäften (Immobilien, Telekommunikation, Energie im Ausland) zurückzuführen ist.

Auffälliger ist jedoch, dass die Gewinnentwicklung der beiden Unternehmen über fünf Jahre nahezu phasenverschoben verläuft. Im Geschäftsjahr 2023/24 erzielte Tokyo Gas einen Rekordgewinn von 408,8 Milliarden Yen, während der Gewinn von Osaka Gas im selben Zeitraum auf 75,6 Milliarden Yen sank. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Da der Yen schwächer wurde und die Rohstoffpreise in diesem Jahr stark anstiegen, konnte Tokyo Gas dank seiner überwiegend auf langfristigen Verträgen basierenden Beschaffungsstruktur die Kosten relativ niedrig halten. Zusätzlich profitierte das Unternehmen vom Weiterverkauf überschüssigen LNG (Handelsgewinn) sowie von höheren Erträgen aus seinem australischen Rohstoffgeschäft. Osaka Gas hingegen war als erstes von dem Preisanstieg betroffen – der Mechanismus zur Anpassung der Brennstoffkosten gibt Änderungen der Importpreise erst mit einer Verzögerung von mehreren Monaten an die Kundentarife weiter – und musste zudem zusätzliche Beschaffungskosten tragen, nachdem ein Brand im Juni 2022 im Freeport-LNG-Terminal in den USA, einem seiner Beteiligungsunternehmen und LNG-Lieferanten, das Unternehmen zwang, Ersatzlieferungen zu beschaffen. Im Geschäftsjahr 2024/23 erreichte der ordentliche Gewinn von Osaka Gas einen Rekordwert von 226,6 Milliarden Yen, genau zu dem Zeitpunkt, als Tokyo Gas in eine Anpassungsphase eintrat – ein Muster, das zeigt, wie unterschiedlich sich die Schwankungen der Rohstoffpreise über mehrere Geschäftsjahre hinweg auf die Bilanzen der beiden Unternehmen auswirken. Im Geschäftsjahr 2026/23 erzielte Osaka Gas einen neuen Rekord-Nettogewinn, der auf die starke Performance des Freeport-LNG-Terminals und des US-amerikanischen Upstream-Geschäfts (Sabine) sowie auf einen Gewinn aus dem Verkauf eines US-amerikanischen Kraftwerks zurückzuführen war.

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Umsatz von Tokyo Gas und Osaka Gas von Geschäftsjahr 2022 bis Geschäftsjahr 2026

Diagramm: Duskcoil. Die Umsatzwerte in der Artikeltabelle wurden in Billionen Yen umgerechnet. Der Umsatz allein gibt die Ertragskraft nicht wieder, da die Energiepreise diese maßgeblich beeinflussen. Dieses Diagramm stellt keine Anlageberatung dar.

Vergleich der Kerngeschäfte: LNG-Beschaffung, Energieexporte, Stromvertrieb und Nicht-Gas-Geschäft

Neben dem Verkauf von Stadtgas betreiben beide Unternehmen drei angrenzende Geschäftsbereiche: die vorgelagerte LNG-Beschaffung und Energieexporte, den Stromvertrieb sowie Nicht-Gas-Geschäfte wie Immobilien und Telekommunikation. Die strategischen Unterschiede stehen in direktem Zusammenhang mit der oben beschriebenen Diskrepanz im Gewinnzeitpunkt.

LNG-Beschaffung & Energieexporte: Tokyo Gas setzt auf Schiefergasförderung, Osaka Gas betreibt eine Strategie mit zwei LNG-Terminals und vorgelagerten Anlagen

Tokyo Gas erschließt und fördert Schiefergas hauptsächlich in der Region um Haynesville in Texas und konzentriert seine Entwicklungs- und Betriebsaktivitäten dort, um die Produktionskosten niedrig zu halten und eine Gasförderung von über 1 Mrd. Kubikfuß Äquivalent pro Tag (Bcfe/Tag) zu gewährleisten. Im April 2025 erwarb die US-Tochtergesellschaft TG Natural Resources (TGNR) 70 % der Erdgasvorkommen von Chevron in Osttexas für rund 525 Millionen US-Dollar und baute damit ihre Position im Schiefergassektor weiter aus. Im Bereich der LNG-Beschaffung kündigte Tokyo Gas einen 20-Jahres-Vertrag ab 2030 über den jährlichen Kauf von 1 Million Tonnen US-amerikanischem LNG an. Diese Beschaffungsstrategie nutzt die weniger strengen Bestimmungsklauseln für US-amerikanische Lieferungen, die den Weiterverkauf erleichtern.

Osaka Gas beteiligte sich 2019 gemeinsam mit JERA am Freeport-LNG-Projekt in Texas und sicherte sich nach Aufnahme des kommerziellen Betriebs im Dezember desselben Jahres im Rahmen seines Verflüssigungsvertrags die Rechte an jährlich rund 2,32 Millionen Tonnen LNG. Im selben Jahr gelang es Osaka Gas als erstem japanischen Unternehmen, einen US-amerikanischen Schiefergasentwickler vollständig zu übernehmen. Durch den Kauf sämtlicher Anteile an der Sabine Oil & Gas Corporation erwarb Osaka Gas Upstream-Flächen von rund 1.300 km² und etwa 900 Bohrungen in Osttexas und positionierte sich damit als dritte Säule seines US-Energiegeschäfts (die Produktion entsprach 2021 etwa 2,8 Millionen Tonnen LNG pro Jahr). Diese vertikal integrierte Struktur – Freeport Downstream (Verflüssigung/Empfang) und Sabine Upstream (Produktion) – ist, wie bereits erwähnt, der Hauptgrund für den Rekordnettogewinn von Osaka Gas im Geschäftsjahr 2026/23.

Stromabsatz im Einzelhandel: Tokyo Gas führt mit großem Volumen, Osaka Gas plant starken Ausbau

Beim Stromabsatz im Einzelhandel plant Tokyo Gas für das Geschäftsjahr 2026 ein Volumen von 28,49 Milliarden kWh (+7,4 % gegenüber dem Vorjahr, über 4 Millionen Einzelhandelsverträge), während Osaka Gas für das Geschäftsjahr 2026/23 ein Volumen von 16,60 Milliarden kWh (+0,1 % gegenüber dem Vorjahr) anstrebt. Tokyo Gas ist zwar führend, doch Osaka Gas hat sich für das Geschäftsjahr 2027/23 ein Ziel von 20,93 Milliarden kWh (+26,1 % gegenüber dem Vorjahr) gesetzt – ein klares Signal dafür, dass der Stromabsatz im Einzelhandel als kurzfristiger Wachstumstreiber positioniert wird.

Nicht-Gasgeschäft: Osaka Gas‘ „Life & Business Solutions“ im Vergleich zu Tokyo Gas‘ „Urban Business“

Osaka Gas gliedert seine Geschäftstätigkeit in drei Säulen: Inländische Energie, Auslandsenergie und Life & Business Solutions (LBS). Das LBS-Segment umfasst Immobilienentwicklung und -vermietung, Informationsverarbeitungsdienstleistungen sowie Feinmaterialien/Kohlenstoffmaterialien. Das Immobiliengeschäft deckt alles ab, von der Entwicklung von Eigentumswohnungen und Apartments über Bürogebäude und Logistikanlagen bis hin zum Verkauf von Immobilien an private REITs.

Tokyo Gas betreibt ein vergleichbares Segment „Urban Business“, das Immobilienverkauf/-vermietung und Hotelbetrieb umfasst. Dieses Segment erzielte jedoch nur einen Umsatz von 77,8 Milliarden Yen (-14,6 % im Vergleich zum Vorjahr) – bescheiden im Vergleich zum LBS-Geschäft von Osaka Gas. Tokyo Gas konzentriert sich stattdessen stärker auf energienahe Lösungen: 2025 wurde Trust Engi (Toshima-ku, Tokio), ein Hersteller von zentralen Überwachungssystemen (Gebäudeautomation) für Gewerbegebäude, als Tochtergesellschaft gegründet. Beide Unternehmen betreiben auch Geschäftsfelder außerhalb des Gassektors, setzen ihre Schwerpunkte jedoch unterschiedlich.

Unterschiedliche Technologiestrategien: Dekarbonisierung von Stadtgas durch Methanisierung

Der Technologiebereich, in den beide Unternehmen derzeit am stärksten investieren, ist die Methanisierung – die Reaktion von Wasserstoff (H₂) mit Kohlendioxid (CO₂) zur Synthese von Methan (CH₄, dem Hauptbestandteil von Stadtgas). Durch die Verwendung von CO₂, das in Kraftwerken oder Fabriken abgeschieden wird, als Ausgangsmaterial wird das bei der Verbrennung des entstehenden Gases freigesetzte CO₂ durch das zur Herstellung abgeschiedene CO₂ kompensiert. So wird Stadtgas praktisch klimaneutral, während es unverändert durch das bestehende Gasleitungsnetz und die Gasgeräte fließen kann.

Tokyo Gas forscht gemeinsam mit der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA und IHI an der „Hybrid-Sabatier“-Technologie – einer Weiterentwicklung der Sabatier-Reaktion, die Methan direkt aus Wasserstoff und CO₂ synthetisiert. Dies ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie eine für geschlossene Systeme im Weltraum entwickelte Technologie zur Materialrückgewinnung für die Dekarbonisierung auf der Erde eingesetzt wird. Im Jahr 2023 startete das Unternehmen gemeinsam mit der Stadt Yokohama ein Demonstrationsprojekt zur CO₂-Abscheidung aus den Abgasen einer Müllverbrennungsanlage für die Methanisierung. Diese Expertise wurde maßgeblich durch den Forschungs- und Entwicklungsstandort Yokohama Techno Station (Stadtteil Tsurumi, Yokohama) aufgebaut.

Osaka Gas nutzt die Katalysatortechnologie und das Know-how im Scale-up-Design, das das Unternehmen in seinen Anfängen in der Stadtgas- und Erdgasersatzproduktion aus erdölbasierten Rohstoffen erworben hat, um nun Anlagen zur CO₂-Methanisierung zu entwickeln und den Prozess zu optimieren. Seit 2023 arbeitet Osaka Gas mit INPEX zusammen, um eine Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 400 Nm³ CO₂/h zu errichten – das entspricht dem Gasverbrauch von 10.000 Haushalten und zählt zu den größten Anlagen dieser Art weltweit. Mit Blick auf die Zukunft verfolgt das Unternehmen die „SOEC-Methanisierung“ – den Einsatz von Festoxid-Elektrolysezellen mit dem Ziel eines Energieumwandlungswirkungsgrades von 85–90 %, einem der höchsten weltweit – an einem neuen Forschungs- und Entwicklungsstandort im Torishima-Viertel von Konohana in Osaka. Der Spatenstich erfolgte 2022. Das Forschungsgebäude, das „Daigas Innovation Center“, wurde im September 2025 fertiggestellt. Rund 250 Forscher entwickeln die Technologie dort von Labortests (Geschäftsjahre 2025–2027) bis hin zu Pilotversuchen (Geschäftsjahre 2028–2030). Das Torishima-Viertel – einst ein Standort für die Stadtgasproduktion – beherbergt heute das Forschungs- und Entwicklungszentrum für die nächste Generation von Stadtgasrohstoffen.

Obwohl die beiden Unternehmen Konkurrenten sind, haben sie im Rahmen des Programms „Green Innovation Fund“ der NEDO (New Energy and Industrial Technology Development Organization) einen gemeinsamen Ausschuss gegründet, um sich gegenseitig zu beraten und ihre jeweiligen Wege zur praktischen Anwendung dieser Technologie zu entwickeln. Synthetisches Methan, auch bekannt als „E-Methan“, wurde auf der Expo 2025 Osaka, Kansai, als Stadtgas der nächsten Generation vorgestellt.

Entwicklungs- und Produktionsanlagen

Neben dem Hauptsitz in Tokio betreibt Tokyo Gas drei LNG-Terminals in der Bucht von Tokio (Negishi, Sodegaura, Ogishima) und eines außerhalb (Hitachi). Dort werden Regasifizierung und Stadtgasproduktion durchgeführt. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist im Technologiepark Yokohama im Stadtbezirk Tsurumi konzentriert. Neben dem Hauptsitz in Osaka betreibt Osaka Gas das Senboku-Werk (zwei Fabriken im Bezirk Nishi, Sakai, und in Takaishi), das allein rund 70 % des Stadtgasbedarfs der Kansai-Region deckt, das Himeji-Werk (Himeji, Hyōgo) sowie den neuen Forschungs- und Entwicklungsstandort in Torishima, Bezirk Konohana, Osaka, dessen Forschungsgebäude 2025 fertiggestellt wurde. Die untenstehende Karte zeigt alle bestätigten inländischen Anlagen (ausländische Anlagen und kleinere Büros ohne LNG-Anlegestellen sind nicht enthalten).

Quelle: Offizielle Seite „Standorte“ von Tokyo Gas. Da die offizielle Anlagenliste von Osaka Gas unter WebFetch nicht mehr erreichbar war, wurde die Adresse jeder Anlage einzeln über Pressemitteilungen und Karten-/Verzeichnisdienste (Mapion Phonebook, NAVITIME usw.) bestätigt. Die Koordinaten wurden mittels OpenStreetMap Nominatim auf Stadt-/Blockebene geokodiert.

Strategie & Ausblick

Tokyo Gas setzt seinen mittelfristigen Plan für die Geschäftsjahre 2026–2028 um, die erste Phase seiner Vision „Compass 2030“. Die Ziele für das Geschäftsjahr 2026 sehen einen Segmentgewinn von 195 Milliarden Yen, einen Nettogewinn von 134 Milliarden Yen, eine Eigenkapitalrendite (ROE) von 8,0 % und eine Gesamtkapitalrendite (ROIC) von 4,8 % vor. Finanziert werden soll dies durch einen Investitionsplan in Höhe von 477,7 Milliarden Yen, der darauf abzielt, „Investitionen sorgfältig auszuwählen und Vermögenswerte bedarfsgerecht umzuschichten, um Gewinnwachstum zu erzielen, die Kapitaleffizienz zu verbessern und eine stabile Ertragsbasis zu sichern“. Diese Strategie der Vermögensrotation zeigt sich in einer Reihe von Portfolioanpassungen seit 2025: Im April 2025 wurde das Gebäudeautomatisierungsunternehmen Trust Engi zur Tochtergesellschaft, um das Lösungsgeschäft zu stärken. Im Januar 2026 wurden 80 % der Tokyo Gas Lease an die Shizuoka Financial Group verkauft, und im Mai 2026 wurde die gesamte Beteiligung an einem US-amerikanischen Gaskraftwerksunternehmen (Birdsboro Power Holdings II) veräußert – durch den Verkauf von Randaktivitäten wurden Kapitalreserven freigesetzt, um die Kernbereiche zu stärken. Anlässlich ihres 140-jährigen Jubiläums im Jahr 2025 hat das Unternehmen zudem seine Absicht bekundet, über seine traditionellen regionalen und energiesektoralen Grenzen hinaus zu expandieren.

Osaka Gas befindet sich im letzten Jahr ihres „Daigas Group Mid-Term Management Plan 2026 – Connecting Ambitious Dreams“ (Geschäftsjahre 2024–2026), der im März 2024 verabschiedet wurde. Das Unternehmen verfolgt seine strategischen Säulen der „Drei Versprechen“ – die gemeinsame Wertschöpfung, die Förderung der Mitarbeitermotivation und die Weiterentwicklung seiner Managementstrukturen – in seinen drei Geschäftsbereichen (Inlandsenergie, Auslandsenergie sowie Lebens- und Geschäftslösungen). Ziel sind für das Geschäftsjahr 2026 eine Kapitalrendite (ROIC) von rund 5 %, eine Eigenkapitalrendite (ROE) von rund 8 %, eine Eigenkapitalquote von über 45 % sowie nichtfinanzielle Ziele wie eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um 7 Millionen Tonnen und der Ausbau der Kapazität erneuerbarer Energien um 4 GW. Im Bereich der Auslandsenergie investierte das Unternehmen 2024 in das US-amerikanische Erdgas-Explorations-Startup Koloma, Inc. und tätigte über ein Konsortium mit der Sumitomo Corporation und JOIN eine zweite Investition im indischen Stadtgasgeschäft – und legte damit den Grundstein für zukünftige Wachstumsfelder. Dank des Gewinns aus dem Verkauf von US-Vermögenswerten erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2026/23 einen Rekordnettogewinn. Im Hinblick auf den nächsten mittelfristigen Plan stellt sich nun die Frage, wie der Beitrag des Auslandsenergiegeschäfts zu einem stabilen und nachhaltigen Ertragsträger und nicht zu einem schwankenden Faktor ausgebaut werden kann.

Beide Unternehmen stehen unter dem gleichen strukturellen Druck: Seit der vollständigen Liberalisierung des Einzelhandelsmarktes im Jahr 2017 sind Energieversorger und Flüssiggasanbieter in den Stadtgasmarkt eingetreten und haben den Wettbewerb durch kombinierte Strom- und Gasangebote verschärft. Obwohl die beiden großen Anbieter ihre regionalen Pipeline-Netze behalten, senkt die vorgeschriebene Neutralität (gesetzliche Entflechtung) dieser Netze die Markteintrittsbarrieren für neue Wettbewerber. Da das Absatzvolumen von Stadtgas im Inland voraussichtlich nicht mehr wesentlich steigen wird, verfolgen Tokyo Gas und Osaka Gas dieselbe Strategie: Sie diversifizieren ihr Geschäft und erschließen sich internationale Energie-, Strom- und Nicht-Gas-Geschäfte. Gleichzeitig setzen sie auf Methanisierung zur Dekarbonisierung vor Ort und nutzen dabei die bereits vorhandene Gasinfrastruktur.

Referenzen

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